Etsy SEO: wie man Titel und alle dreizehn Tags schreibt
Die Etsy-Suche ist nicht Google und darf nicht so behandelt werden. Sie hat eigene Regeln und belohnt anderes. Die meisten Tipps im Umlauf beschreiben eine Maschine, die es hier gar nicht gibt.
Etsy entscheidet in zwei Schritten: Zuerst wählt es Angebote aus, die zu den eingegebenen Wörtern passen, und schaut dafür in Titel, Tags, Kategorie und Attribute. Dann sortiert es danach, wie gut ein Angebot konvertiert, wie frisch es ist und wie zuverlässig der Shop ist. Der Titel bringt dich ins Rennen, alles andere gewinnt es.
Neunzig Prozent der Etsy-SEO-Tipps sind verkleidete Google-Tipps. Sie reden über Keyword-Dichte und Backlinks, was hier fast nichts zählt, und lassen das Wichtigste aus: wie gut dein Angebot Aufrufe in Verkäufe verwandelt.
Etsy ist keine Websuchmaschine. Es ist ein Kaufhaus, das verkaufen muss, und zeigt deshalb zuerst, was am wahrscheinlichsten gekauft wird. Alles Weitere folgt daraus.
Wie die Etsy-Suche wirklich arbeitet
Schritt eins: wer ins Rennen kommt
Etsy nimmt die eingegebenen Wörter und sucht alle passenden Angebote. Es schaut an vier Stellen: Titel, Tags, Kategorie und Attribute. Kommen die eingetippten Wörter an keiner dieser Stellen vor, ist dein Angebot nicht im Rennen. Es ist nicht abgestraft, es existiert für diese Suche schlicht nicht.
Dieser Schritt ist mechanisch und der einzige, den du vollständig kontrollierst.
Schritt zwei: in welcher Reihenfolge
- Qualitätswert des Angebots. Wie viele der Menschen, die es gesehen haben, geklickt, favorisiert oder gekauft haben. Der schwerste Faktor.
- Frische. Neue Angebote bekommen einen zeitlich begrenzten Schub.
- Passgenauigkeit, wobei die ersten Wörter des Titels stärker zählen als die letzten.
- Preis und Versand, weil sie die Kaufwahrscheinlichkeit beeinflussen.
- Verlässlichkeit des Shops: Bewertungen, Antwortzeiten, vollständige Angaben.
- Standort der Kundschaft, weil Etsy bei sonst gleichen Bedingungen näher liefernde Shops bevorzugt.
Praktische Folge: ein Angebot, das nicht verkauft, sinkt, so perfekt die Tags auch sind.
Der Titel: die ersten Wörter zählen doppelt
Du hast 140 Zeichen. Das erste Drittel entscheidet, für den Algorithmus wie für das Auge, das durch das Raster scrollt. Die Struktur ist immer gleich: was es ist, für wen oder welchen Anlass, dann die Details.
Schlecht geschriebener Titel: Wunderschöner handgemachter digitaler Planer mit Liebe gemacht, perfektes Geschenk, druckbares PDF, Sofort-Download, Premium-Qualität
Dasselbe Produkt gut geschrieben: Essensplaner bei Lebensmittelallergien, druckbar A4 und Letter, Wochenplan Familie, PDF Sofort-Download
- Keine Adjektive in den ersten dreißig Zeichen. Wunderschön, einzigartig, premium: danach sucht niemand.
- Mit Kommas trennen, nicht mit Bindestrichen, und keine vollständigen Sätze schreiben.
- Dasselbe Wort nicht dreimal wiederholen. Es hilft dem Ranking nicht und macht den Titel unlesbar.
Dreizehn Tags: alle nutzen, und alle verschieden
Etsy gibt dir dreizehn Tags, und die Hälfte aller Verkäufer nutzt sechs. Jeder leere Tag ist eine Suche, in der du nicht vorkommst.
- Alle dreizehn füllen. Immer.
- Wortgruppen statt Einzelwörter. Jeder Tag darf bis zwanzig Zeichen haben: "Essensplaner Allergien" schlägt "Planer".
- Nicht den Titel wiederholen. Tags decken die anderen Suchweisen ab.
- Denk wie eine Kundin, nicht wie eine Herstellerin. Gesucht wird "Geschenk für Katzenliebhaber", nicht "dekorativer Katzenartikel".
- Keine sinnlosen Synonyme. Etsy behandelt Einzahl und Mehrzahl bereits gemeinsam.
- Breit und eng mischen. Ein paar allgemeine Tags für Volumen, viele lange und spezifische für Treffsicherheit.
Lange Tags verkaufen
Ein Tag wie "Planer" stellt dich neben hunderttausend Angebote, da gewinnst du nie. "Essensplaner glutenfrei" hat einige Dutzend, und wer das eintippt, weiß genau, was er will. Spezifische Suchen konvertieren besser, und gut konvertieren hebt dich in Schritt zwei.
Attribute, das Feld, das kaum jemand ausfüllt
Bei der Kategoriewahl bietet Etsy Attribute an: Farbe, Anlass, Empfänger, Stil, Material. Sie sehen nach Bürokratie aus und werden meist übersprungen.
Sie zählen wie Suchbegriffe und speisen zusätzlich die Filter in der Seitenleiste. Filtert jemand nach Farbe und du hast keine angegeben, bist du raus.
Die Beschreibung: wenig für den Algorithmus, viel für den Verkauf
Die ersten Zeilen zählen in der Suche etwas, der Rest kaum. Aber die Beschreibung erledigt eine andere Aufgabe: sie räumt die Zweifel weg, die den Kauf stoppen. Die ersten zwei Zeilen lesen fast alle, der Rest steckt hinter einem Klick.
Nach der Veröffentlichung: was ändern und was nicht
- Dreißig Tage warten. So lange dauert es, brauchbare Daten zu sammeln.
- Die Statistik des Angebots lesen und sehen, über welche Suchen du gefunden wurdest. Oft ganz andere als gedacht.
- Immer nur eine Sache ändern. Erst den Titel, dann warten. Dann die Tags.
Der Verlängerungsmythos. Seit Jahren heißt es, manuelles Verlängern hebe das Ranking. So ist es nicht: Jede Verlängerung kostet 0,20 Dollar, der Frische-Effekt ist gering. Das Geld bringt in einem neuen Angebot viel mehr.
Die richtigen Wörter sind die der Kundschaft, nicht die aus deinem Kopf
Das Schwierige an Etsy SEO ist nicht die Technik, sondern zu wissen, was Menschen tatsächlich eintippen. DropForge Studio liest echte Etsy-Daten und schreibt Titel, Beschreibung und alle dreizehn Tags in der Sprache deines Marktes.
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