Etsy Shop eröffnen: die vollständige Anleitung Schritt für Schritt
Eröffnen ist kostenlos und dauert eine halbe Stunde. Das Eröffnen ist nicht das Schwierige. Schwierig ist, dass drei Entscheidungen aus dieser halben Stunde, meist in Eile getroffen, darüber bestimmen, ob der Shop anläuft oder monatelang stillsteht.
Einen Etsy Shop zu eröffnen ist kostenlos und dauert etwa dreißig Minuten: Du brauchst ein Konto, Land und Währung, einen Shopnamen, mindestens ein Angebot und eine Möglichkeit, bezahlt zu werden. Entscheidend ist, was du vorher vorbereitest: Name, die ersten zehn Produkte und die Fotos.
Auf Etsy ist das Eröffnen der leichte Teil. Das Formular ist kurz, niemand verlangt einen Businessplan, und niemand genehmigt dich. Genau deshalb starten die meisten Shops schlecht: Alles passiert in einer halben Stunde, der Name wird gewählt, weil er frei war und nicht weil er richtig ist, drei Produkte gehen online, und dann beginnt das Warten.
Diese Anleitung hat zwei Teile. Zuerst, was vorzubereiten ist, denn dort entscheidet sich fast alles. Dann die tatsächlichen Schritte, in der richtigen Reihenfolge, samt Stolperstellen.
Fünf Dinge, bevor du das Formular anfasst
1. Der Markt, vor dem Produkt
Etsy ist ein überwiegend englischsprachiger Marktplatz. Die USA allein machen die Mehrheit der Käufe aus, danach folgen Großbritannien, Kanada, Deutschland und Australien. Daraus folgt etwas sehr Praktisches: die Sprache, in der du schreibst, bestimmt die Größe deines Publikums, bevor überhaupt ein Produkt existiert.
Für einen deutschen Verkäufer ist der deutschsprachige Markt auf Etsy durchaus vorhanden, aber deutlich kleiner. Die Entscheidung gehört an den Anfang, weil sie beeinflusst, welche Produkte sich überhaupt lohnen.
2. Der Shopname
Die technischen Regeln sind eng: 4 bis 20 Zeichen, nur Buchstaben und Zahlen, keine Leerzeichen, keine Umlaute, keine Satzzeichen. Die eigentliche Regel steht aber nirgends: der Name muss in zwei Jahren noch passen, wenn du vielleicht etwas anderes verkaufst.
- Kein Produktname. Wer HaekelTaschenDE heißt, kann nie etwas anderes verkaufen, ohne deplatziert zu wirken.
- Kein voller Eigenname, außer du baust bewusst eine persönliche Marke mit Gesicht und Geschichte auf.
- Aussprechbar auf Englisch. Wer ihn nicht aussprechen kann, sucht nicht danach und erzählt ihn nicht weiter.
- Prüfe, ob er auch woanders frei ist, auf Instagram und als Domain. Fünf Minuten jetzt sparen dir eine schmerzhafte Umbenennung später.
3. Zehn Angebote, nicht drei
Diesen Unterschied sieht man in den Zahlen. Ein Shop mit drei Produkten hat drei Türen aus der Suche. Einer mit zwanzig hat zwanzig, und vor allem sammelt er Daten: welche Wörter Aufrufe bringen und welche Produkte daraus Verkäufe machen.
Mit drei Angeboten verkaufst du nicht wenig. Du lernst nichts, weil das Signal zu schwach ist.
4. Die Fotos, wichtiger als jeder Text
Auf Etsy scrollt die Kundschaft durch ein Raster quadratischer Bilder. In diesem Moment wird nichts gelesen, sondern geschaut. Das erste Foto entscheidet über den Klick, und deine ganze übrige Arbeit existiert nur, wenn dieser Klick passiert.
Es braucht Tageslicht, einen ruhigen Hintergrund, das Produkt formatfüllend und mindestens ein Bild, das die echte Größe zeigt, denn die stille Frage jedes Onlinekäufers lautet immer: wie groß ist das. Bei digitalen Produkten gilt dasselbe für Mockups.
5. Der langweilige Teil: Zahlungen und Ausweis
Halte einen Ausweis bereit, die Bankverbindung für die Auszahlungen und eine Karte für die Gebühren. Etsy prüft die Identität, und ohne diese Angaben bleibt der Shop auf halber Strecke stehen.
Die Schritte, der Reihe nach
- Konto anlegen. Hast du schon als Kundin oder Kunde bei Etsy gekauft, kannst du dasselbe Konto nutzen.
- Verkäuferbereich öffnen. Dort startet die geführte Einrichtung.
- Land, Sprache und Währung setzen. Das Land ist dein steuerlicher Sitz. Sprache und Währung sind dagegen geschäftliche Entscheidungen.
- Namen wählen. Ist er vergeben, häng keine Zahlen an. Such einen anderen.
- Erstes Angebot anlegen. Fotos, Titel, Kategorie, Preis, Menge, dreizehn Tags. Nimm dir Zeit für Titel und Tags, denn darüber wirst du überhaupt gefunden.
- Versand einrichten. Die Stelle, an der am meisten Geld verschwindet, siehe unten.
- Zahlungen verbinden. Konto für rein, Karte für raus.
- Eröffnen. Ab jetzt ist der Shop für alle sichtbar.
Kostenlose Startangebote. Etsy hat ein Empfehlungsprogramm: Eröffnest du über den Link eines aktiven Verkäufers, bekommst du ein Kontingent kostenloser Angebote, meist vierzig. Kennst du jemanden, frag vor der Eröffnung nach dem Link.
Versand, wo die Marge verbrennt
Wenn du physische Ware verkaufst, ist dieser Abschnitt mehr wert als alle anderen zusammen.
Der Klassiker ist, die Versandkosten nach Gefühl zu setzen, etwa fünf Euro, weil das vernünftig klingt. Dann kommt eine Bestellung aus Australien, der Dienstleister will achtzehn, und diesen Verkauf hast du selbst bezahlt.
- Wiege und miss das verpackte Paket, nicht das nackte Produkt. Verpackung bringt Gewicht und vor allem Volumen, und abgerechnet wird nach Volumengewicht.
- Lege Profile nach Zonen an: Deutschland, EU, Nordamerika, Rest der Welt.
- Entscheide bewusst, wohin du nicht lieferst. Ein Land auszuschließen ist besser, als bei jeder Bestellung draufzuzahlen.
- Bei kostenlosem Versand rechne die Kosten plus 15 Prozent Puffer ein, weil auf diesen Anteil ebenfalls Gebühren anfallen.
Fünf Fehler in den ersten Wochen
Mit drei Produkten eröffnen und warten. Etsy belohnt lebendige Shops.
Den Titel wie ein Dichter schreiben. Ein schöner, vager Titel wird nie gefunden. Ein Etsy-Titel ist zuerst ein Suchwerkzeug.
Preise der Konkurrenz kopieren. Du kennst weder deren Kosten noch, ob sie überhaupt verdienen.
Drei Wochen verschwinden. Langsame Antworten und späte Sendungen belasten den Status des Shops, und der Status bestimmt, wie oft Etsy dich zeigt.
Die erste Bewertung unterschätzen. Frühe Bewertungen entscheiden, ob ein Shop glaubwürdig oder verlassen wirkt. Eine handgeschriebene Karte im ersten Paket bringt mehr als jeder Rabatt.
Die ersten dreißig Tage: worauf schauen
Im ersten Monat sind Verkäufe die falsche Kennzahl, weil es zu wenige sind. Schau auf die Zahlen, die zeigen, wo der Weg abbricht:
- Kaum Aufrufe. Das Problem ist die Suche: Titel und Tags treffen niemanden.
- Aufrufe, aber keine Klicks. Das Problem ist das erste Foto.
- Klicks, aber keine Verkäufe. Das Problem steckt im Angebot: Preis, Beschreibung, Lieferzeit oder fehlendes Vertrauen.
Die ersten zehn Angebote, ohne leeres Blatt
Der langsame Teil einer Shoperöffnung ist nicht das Formular, es sind die Produkte. DropForge Studio zeigt dir Nischen mit echter Nachfrage, schreibt Titel, Beschreibung und alle dreizehn Tags in der Sprache deines Marktes und legt das Angebot als Entwurf in deinem Shop an.
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